Beiträge von Ralf53

    Der Pfälzerwald ist dicht, blickdicht. Die meiste Zeit zieht man bergauf oder wedelt bergab, ohne jegliche Ausblicke. Nur selten ergibt sich eine Lücke zwischen den Bäumen, und dann lassen sich entweder noch mehr Bäume erblicken oder es taucht eine Burgruine auf. Die höchste Erhebung des Pfälzerwalds - die Kalmit - bringt es auch nur auf 673 Meter und 30 Zentimeter Höhe, was soll da schon drin sein ;-) ?


    Gemütlich geht es entlang kleiner Dörfer wie Sarnstall und Rinnthal durchs Trifelsland. In Annweiler machen wir einen kleinen Umweg und ich treibe meine Honda Silver Wing 600 hoch hinauf zur Reichsburg Trifels. Ihr Name lässt schon erahnen, dass diese in 494m Höhe 1trifels1.jpgauf drei Sandsteinfelsen des Sonnenbergs thront. Zur Stauferzeit war die Burg Aufbewahrungsort für die Reichskleinodien Krone, Zepter, Reichsapfel, Schwert und Lanze. Sie war zugleich Reichsgefängnis, dessen prominentester Gefangener Richard Löwenherz war. Ganz in der Nähe der Festung erhebt sich der Rehberg (577m) aus dem hell-dunklem Grün der umliegenden Wälder. Zurück aus dem Mittelalter nehmen wir die berühmt-berüchtigte B48 im Wellbachtal unter die Räder. In über 20 traumhaften Kurven auf 13 Kilometern geht es in herrlichen Kurvenkombinationen hinauf Richtung Johanniskreuz. Das Tal wird mit zunehmender Höhe immer enger. Schilder weisen deutlich auf

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    Geschwindigkeitsbeschränkungen hin, die auch von der Rennleitung kontrolliert werden. Wenn man nicht zu Fuß heimwärts gehen will, würde man auf Pfälzisch jetzt sagen: Uffbasse!

    Am bekannten Bikertreff „Johanniskreuz“, mitten im Herzen des Pfälzerwalds, ist am frühen Morgen noch nicht viel los. Im Biergarten, gleich am Straßenrand, bleibt daher genug Zeit für zwei Cappuccini, ehe wir in das dunkle Grün des Elmsteiner Tals eintauchen. Hinter der gleichnamigen Gemeinde kommen wir auf die Hauptstrecke des Tales und sofort beginnt die Kurvenpracht. Rechts, links, rechts links... schwingen wir hier schnell hintereinander und in flottem Tempo auf einem der schönsten Abschnitte der Strecke den Speyerbach und an der Bahnlinie des historischen Kuckucksbähnels entlang. Eine fantastische Motorradstrecke unterhalb der Ruinen der mittelalterlichen Burgen Elmstein, Breitenstein, Erfenstein und Spangenberg. Weiterlesen >>>

    Flusslandschaften und starke Mauern

    Entspannt gleiten wir über die „Neunkirchener Höhe“, mit 605m der höchste Berg des Vorderen Odenwalds. Die als Nibelungenstraße bekannte B47 führt uns mit einigen knackigen Kurven entlang der Südflanke des Schenkensbergs, vorbei an der Bismarckwarte und Burg Lindenfels. Wir erreichen Hirschhorn, die „Perle des Neckars“. Umgeben von trutzigen Stadtmauern schmiegen sich die alten Fachwerkhäuser an den Berg. Die Burgenstraße folgt dem Neckartal und wir den Windungen des Flusses.

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    In Gundelsheim, einst Sitz der Deutschordensritter, wenden wir uns gen Osten. Wald und Weinberge begleiten uns ins Tal der Brettach, einem Nebenfluss des Kochers. Obstbaumwiesen bedecken nun die Hänge. Auf einem Bergsporn erhebt sich Burg Maienfels. 30 km gibt der Fluss die Richtung vor, dann tauchen wir ins Herz des niederbayerischen Hügellandes ein. Die Rott ist fortan unsere Begleiterin. Zahlreiche alte Mühlen und Sägewerke prägen die Tallandschaft. Die gut ausgebaute B 19 entlang des Kochers lädt dazu ein „Strecke zu machen“. Zügig geht es zwischen Frickendorfer Höhe und Limpurger Berge entlang.

    Schloss Untergröningen, Schloss Hohenstadt und die Marienburg Niederalfingen hoch über dem Kochertal schauen auf uns herab.


    Zwischen Altmühl und Jurafelsen

    In Altendorf, wo sich die Gailach in die Altmühl ergießt, treffen wir auf eine sanfte Auenlandschaft, durch die sich die Altmühl in weiten Schleifen windet. Das Altmühltal gilt immer noch als der Geheimtipp für Tourenfahrer. Dem Lauf des Flusses folgend geht es entlang begrünter Hänge, aus denen sich die charakteristischen grauweißen Dolomitfelsen erheben. Fahrerisches Können ist hier weniger gefragt, als einfach die Lust am Genießen.

    Historische Städtchen wie Eichstätt und Kipfenberg, sowie Burgen und Burgruinen, die auf waldigen Höhen wachen, begleiten uns. Die gut ausgebaute Landstraße mit ihren weiten Schleifen und Kehren lässt sich zügig fahren. In Kipfenberg schrammen wir dicht am geographischen Mittelpunkt Bayerns vorbei.

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    Die erste Begegnung mit der Donau machen wir im Hopfenland Hallertau in der Nähe von Neustadt. „Wollt ihr mitfahren, sonst mache ich Mittagspause?!“, so der Fährmann einer winzigen Seilfähre, die uns gemütlich ans andere Ufer bringt >>> weiterlesen

    Im sonnigen Süden Frankreichs befindet sich die Côte d´Azur, die französische Riviera. Hier kann man nicht nur auf den Spuren der Schönen und Reichen wandeln, sondern auch richtig gut Motorroller fahren. Verlässt man die Küste, gelangt man auf kurvenreichen Strecken direkt in das hügelige Hinterland.

    Wir erobern zuerst einmal den Col de l’Espinouse, der mit seinen 828 Höhenmetern allerdings nur ein kleiner Hügel zum Warmfahren ist. Der Pass überquert den Nordost-Zipfel des Plateau de Valensole, dessen Lavendelfelder zu dieser Jahreszeit bereits abgeerntet sind. In Moustiers-Sainte-Marie, einem provenzalischen Bergdorf, ist der erste Cafè au Lait des Tages angesagt. Wir queren den Verdon, dessen türkisfarbenes Wasser sich unweit des Orts durch hohe Felsen in einen der schönsten (Stau-)Seen Südfrankreichs, den türkisfarbenen Lac de Sainte-Croix, ergießt. Ein kurzes Stück gleitet unsere Honda Silver Wing FJS 600 am Seeufer entlang, dann führt uns die D19 abseits der Touristenstrassen nach Aiguines, oberhalb des Lac de St. Croix, am Ausgang des „Grand Canyon du Verdon“. Das Dorf bietet einen hervorragenden Überblick über den See und wird geprägt von dem gleichnamigen Renaissanceschloss >>> weiterlesen


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    Eine der schönsten Strecken der französischen Seealpen/Region Provence-Alpes-Cote d`Azur ist jene von Jausiers Richtung Süden durch den Parc National du Mercantour bis Saint-Etienne-de-Tinée, auf der man gleich mehrere Pässe überquert. Dabei sollte man den sich anschließenden Col de la Lombarde und den Colle della Maddalena/Italien keinesfalls links liegenlassen >>>


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    Die Mittelgebirge der Franche-Comté sind ein relativ unbekanntes Motorrollerparadies. Mittelalterliche Ortschaften und Bauernhäuser mit den typischen Tuyé-Kaminen des Haut-Doubs, malerische Abteien, zerklüftete Täler, dunkle Wälder, karge Hochflächen, smaragdgrüne Seen und Wiesen mit gefleckten Kühen prägen die Landschaft >>>


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    Na das sieht doch alles sehr gut aus. Hast dich auch erholen können? Bist du auch aus dem Sattel gekommen? Von mir aus, aus Görlitz, ist es ein recht weiter Ritt bis zur Toskana :(

    Hast du eine ungefähre Route, die du gefahren bist?

    Von mir aus (Niederrhein) sind es auch über 1.000 km.; daher bin ich mit Hänger gefahren. Habe eine Zwischenübernachtung in einem kleinen Hotel am Gardasee gemacht.
    Erholung habe ich ausreichend gehabt; tolle Unterkünfte, eine wunderbare Landschaft und Tagestouren nicht über 200 km.
    Gruß Ralf

    Der wilde Süden der Toskana ist immer noch so etwas wie ein Geheimtipp. Weite Ebenen wechseln sich mit sanften grünen Hügeln und dichten Pinienhainen ab. Mittelalterliche Stadtfestungen sitzen auf kleinen Hügelkuppen. Wälder, in denen Wildschweine und Wölfe leben. Sand- und Felsstrände, türkisblauem Meer und heißes Schwefelwasser, das aus Felsen sprudelt. Knallroter Klatschmohn, gelb leuchtender Ginster und wild wuchernde Macchia säumen die Straßenränder >>>


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    Die Toskana - pittoreske Landschaften und berauschende Gerüche. Einsame Dörfer auf sanften Hügeln, tiefgrüne Zypressen entlang endloser, welliger Straßen und prächtige Kurven ohne Ende >>>


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    Im 200 Seelen Bergdorf Théus beginnt der Aufstieg zum Mont Colombis (1.724), einem relativ unbekannten, einsam gelegenen Gipfel. 12 Km auf schmalem Asphalt mit bis zu 15% Steigung liegen vor uns. Linker Hand die Felswand, rechter Hand die Leitplanke, dann der Abhang. Die beste Sozia der Welt atmet flacher, die Adrenalinausschüttung nimmt zu >>>


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    An der Nordseeküste sind nicht nur "die Fische im Wasser", sondern auch die Ostfriesen zuhause. Weites Land, Salzwasser, Deichschafe und Krabbenkutter. In der Heimat des Windes sieht man schon am Montag, wer am Sonntag zum Kaffee kommt. Welch einen Kontrast bieten da die Ostsee und die Hügellandschaft der Holsteinischen Schweiz mit ihren glitzernden Seen, grünen Wäldern und wogenden Kornfeldern >>>>


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    Im Norden der Provence, im Naturpark „Baronnies Provençales“ mit seinen Kalksteinfelsen, drängen sich malerische Dörfer an die Berghänge. Im Süden erstrecken sich die wilden Schluchten, kargen Gipfeln, aber auch üppigen Pinienwäldern des „Parc Naturel Régional du Luberon“. Dazwischen liegt eine Landschaft, wie geschaffen für interessante Motorrollertouren >>>


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    Die im Süden des Massif Central gelegenen Cevennen sind eine Mischung aus steinigen, trockenen Hochplateaus und zerklüfteten Schluchten, in die sich die Fluten des Tarn und der Jonte tief eingegraben haben. Durchzogen von kurvigen Bergsträßchen und dünn besiedelt sind sie eine der letzten wilden Ecken Europas und immer noch ein Geheimtipp >>>


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    Das „Goms“, ein Tal im schweizer Kanton Wallis, ist umgeben von zahlreichen 4.000er-Gipfeln und tief in die Alpen eingebettet. Das von der Rhône durchflossene Tal erstreckt sich über 150 km vom Rhônegletscher bis zum Genfer See. Welch einen Kontrast bietet dagegen der Lago Maggiore im Kanton Tessin. Die Region um den See ist durch ein sehr mildes Klima begünstigt. Die Bergketten der Südalpen halten im Winter die Kälte der Nordwinde fern. Palmen wachsen neben Kastanien, Oleander und Agaven in den Himmel. Warum nicht beides einmal miteinander verbinden? >>>


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    Von den weiten Ebenen des Niederrheins zu den mächtigen Felsformationen des Nationalparks „Stilfser Joch“ mit seinen Hochgebirgen, ewigen Gletschern, Almwiesen, Wäldern und Tälern. Er ist einer der größten und interessantesten Nationalparks Europas und erstreckt sich über das gesamte Ortler- und Cevedale-Massiv >>>


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    Land der tausend Berge nennt der Sauerländer seine Heimat; Land der tausend Kurven wäre ebenso passend. Das sich südlich anschließende Rothaargebirge steht dem in nichts nach: Weite Wiesen; Laub- und Nadelwälder durchzogen von kleinen und kleinsten Landstraßen und bis zu 800m hohe Berge >>>


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    Kleine Dörfer mit typischen Bruchsteinfassaden reihen sich in der reizvollen Umgebung des Göhltals aneinander. Wenig befahrene Straßen ziehen sich durch leicht hügeliges Gelände. Etwa zwei Dutzend Burgen, Schlösser und Herrenhäuser säumen die Route, einige davon mit einer weit zurückreichenden Geschichte. Sie verstecken sich oft in idyllischen Flusstälern und befinden fast alle noch heute in Privatbesitz >>>


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    Direkt hinter der deutsch-belgischen Grenze liegt das „Hohe Venn“. Diese Landschaft im Osten Belgiens gilt als das größte Hochmoor Europas. Hinter Eupen führt uns die breit ausgebaute Straße bergauf direkt in die grandiose Natur des Hertogenwaldes. Hier liegt eine der ältesten Talsperren Europas - die Barrage de la Gileppe. Imposante 60 Meter hoch über uns thront der steinerne Löwe mit seinen 300 Tonnen Gewicht und 13,5 Metern Größe auf der Staumauer >>>


    Der Odenwald, eine Mittelgebirgslandschaft mit dunklen Misch- und Nadelwäldern, Flusstälern, gurgelnden Bächen und klaren Quellen. Windungsreiche Straßen bieten puren Kurvengenuss. Mittelalterliche Burgen und malerische Fachwerkstädtchen laden zu einem Zwischenstopp ein >>>


    Tief eingeschnittene Täler und Schluchten wechseln sich in der Haute-Provence mit einsamen Hochebenen und steilen Berggipfeln ab. Hier läuft manches beschaulicher; der Massentourismus hat das Hinterland der Provence noch nicht erreicht. Vor allem in der Nachsaison ist in den zahlreichen Dörfern der Haute-Provence kaum etwas los. Dazu ein beständiges, sonniges Klima; beste Voraussetzungen also für interessante Touren durch eine faszinierende Landschaft >>>


    Es ist schon ein besonderes Gefühl, durch das durchdringende Pfeifen der Murmeltiere vor der Franzenshöhe geweckt zu werden. Die Sonne schiebt erste Strahlen über die Berggipfel. Die Luft ist frisch und klar und die Stille der Bergwelt fast körperlich greifbar. Wir starten die Murmels vor der FranzenshöheMotoren und nehmen den beeindruckenden Steilhang vor unserer Haustür in Angriff. 600 Höhenmeter, 21 Kehren, immer das Joch mit der Tibethütte vor Augen. Links ein Mäuerchen, rechts Schotterhalden und spärlich bewachsener Fels, dazwischen schlängelt sich das rissige Asphaltband wie an den Hang geklebt nach oben. Zu so früher Stunde hat das fahrende Volk das Joch noch nicht erreicht. Die Andenkenläden auf der Passhöhe sind menschenleer. Einige Serpentinen später haben wir Gelegenheit, im Hochtal Bocca del Braulio wieder einmal am Gasgriff zu drehen und uns dem Rausch der Geschwindigkeit hinzugeben, ehe wir uns ins Valle del Braulio hinabstürzen, ein wildes Gebirgstal mit fast senkrechten Felswänden, in den Fels gehauenen - unbeleuchteten - Tunneln und phantastischen Ausblicken >>>