Klaus hat mir 'ne Mail mit seinem Tourbericht geschickt mit dem Zusatz: "Ich hab mal bissle was geschrieben. Wenn`s dir gefällt, kannst es ja in`s Foum kopieren."
Nun ja, das "Bissle" zeigt eher schlummernde schriftstellerische Talente in Klaus auf - wooow, stille Wasser sind tief - aber bildet Euch Euer eigenes Urteil; a bissle Zeit zum Lesen braucht's schon! I'm missing in words...
1.-4.5. 2008 der einzigartige Urlaub
Die Anreise gestaltet sich schwierig, als Vizeweltmeister im verfahren irrte ich einige Stunden im Großraum Frankfurt herum, der Verzweiflung nahe, dem aufgeben ausgesetzt, die Schilderwaldbauer verfluchtend, die Gedanken wurden aber durch das tolle Wetter und letztendlich auch durch die schönen Strassen schnell ausgelöscht. Nachdem auf wundersame Weise die B27 endlich entdeckt war, ging es endlich in die richtige Richtung weiter. Leider zeigt die Straßenkarte Dutzende Strassen mit ?grünen Punkten? in der Legende steht, dass das besonders reizvolle Strassen sind...............nichts wie hin und ausprobiert. Das "kostete" wieder den einen oder anderen Kilometer, aber jeder war es Wert, wenn diese Betonwüste Frankfurt nicht gewesen wäre, könnte man von einer fantastischen AnreiseTour sprechen, aber das menschliche Gehirn ist zum Glück kein Computer und blendet letztendlich die unangenehmen Sachen aus, so dass es tatsächlich eine fantastische AnreiseTour war. Die U27 wurde auch immer mal wieder gestreift, auf den Schildern erkannt, ein Stück unter die Reifen genommen, so dass es sich locker nach Alsfeld rollerte. Dann war aber die Zeit abgelaufen und es ging schnurstracks über die U14 an der Autobahn entlang nach Bad Hersfeld, um Bad Hersfeld herum und dann Richtung Fulda (das stand dann auf der Homepage unseres Etablissements drauf wie wir das finden?.).
Nix da, sooooo einfach ist das alles nicht, durch Hauneck durch gesaust?? da waren sie wieder die grünen Pünktchen, des ist auch ne schöne Strecke, die Strasse genossen als dann das Ortsschild Hünfeld kam, drängte der sinkende Nikotinspiegel zum Stopp. Man wird ja älter, also das Nasenfahrrad rausgeholt, die Landkarte befragt ( gab`s bei ALDI, Maßstab 1:250.000) und ooooooooooooooops zu weit. Nun denn die Strasse machte Laune also zurück. Da das nun nicht Hauneck war, wie ich liebevoll vor Tour-Start-Beginn angemalt hatte, sondern Unterhaun habe ich erst jetzt so richtig registriert. Alles in allem habe ich dann unsere liebevolle HerbergsGastronomieMami völlig entspannt und problemlos gefunden. Es waren dann etliche Kilometerchen mehr als es hätten sein müssen, aber der Max ist ja nun mal zum fahren und nicht zum stehen gebaut und meiner quietscht zwar, aber ich interpretiere das mal als quietschen des Vergnügens, denn wenn er mal nimmer quietscht geht`s ihm nimmer so gut.
Einchecken? Mitnichten unser übergigantisches Tour-Konzept-Ausführungs-Team hat eine herausragende, nie da gewesene Begrüßungszeremonie in Form einer BegrüssungsempfangsKaffee bis zum abwinken. Lutz (der Hase) hat trotz Maloche am selben Tag die Zeit gefunden die Teilnehmer zu begrüßen, vorweggenommen sei....der arme hat am Sonntag schon wieder ran müssen. Stefan hat am 1.Mai, neeeeeee das verrat ich jetzt ned und hat sich trotzdem diese ganze Arbeit gemacht.
Nachdem dann alle so nach und nach eingetroffen, und ihren Kaffeedurst gestillt hatten, ging's in's Kloster. War soweit schon in Ordnung.
Man muss sich ja schließlich besinnen, innerlich sammeln, auf großes vorbereiten.
Empfehlung von Stefan/Lutz war so ein Reinheitsgebotstee in undurchsichtigen Gläsern. Des war bissele schwierig zum Schlucken, weil der Saft kam schneller an den Mund als vermutet, zu sehen war ja nix, aber nach einigen verschluckern floss des Zeug denn ganz doll. Als untrainierter Gerstensaftverköstiger hielt ich mich zurück mein Stundenverbrauch war überschaubar, aber die Stimmung war exquisit, die Zeit verging wie im Fluge und zu später Stunde ging's mit dem charmantesten Taxi Deutschland`s in Richtung Daunen. Die Temperatur war nicht der Stimmung angemessen, es war mir saukalt, so dass ich noch nie so sauber war wie in Unterhaun, erst mal unter die heiße Dusche.und dann ab in die Daunen.
Da ich auswärts grundsätzlich saumäßig schlecht schlaf, da kann das beste Bett nix dafür, die morgendliche Dösmaschine (Frühstücksfernsehen) fehlte, stand ich halt notgedrungen auf. Silvia war schon am Tresen, die HerbergsGastronomieMami am Kaffee kochen, nun denn konnte der Tag ja eigentlich beginnen.
Als leidenschaftlicher Nichtfrühstücker begnügte ich mich mit einem liebevoll in ein wattiertes Thermotäschchen eingepacktes Ei und viel zu viel brauner Brühe, die man landläufig Kaffee nennt. Es war wie immer, Georg schlief den schlaf des Gerechten. Nachdem der Georg mit dem ?E? hinten dran (George) und ich seine Zimmernummer erfragten und die selbe fast eindrückten, kam dann doch das erhoffte Lebenszeichen zum Vorschein......klang zwar bissele unwillig, aber kurz darauf war Georg auf der Matte.
Ach so, Einschub:
Eh ich's vergesse, der George hat am Abend seine Signaljacke vergessen. Wie er am Frühstückstisch so nebenbei erzählt, wurde er doch glatt vergessen. Er war bei der zweiten Heimfahrertruppe, musste noch mal für kleine Jungs......kam entspannt und glücklich zur Tür raus und sah zu seinem Entsetzen nur noch die Rücklichter eines Auto.
Der Versuch den Heimweg zu Fuß anzutreten scheiterte an den Sparmassnahmen von Unterhaun. Der Fußweg ging durch dichten einheimischen Dschungel und das auch noch unbeleuchtet. In Ermangelung einer Handbeleuchtung, landläufig Taschenlampe genannt, schlich George bibbernd und zitternd zurück in's Kloster. Zum Glück waren die Wirtsleut noch da, das hat ihm schon arg geholfen; aber wir sind ja schließlich ein Team, nachdem er die Wirtsleut nach dem Heimweg interviewte, sah er zum Glück noch mal ein Auto von vorne, der Truppe ist doch noch das fehlen aufgefallen.
Der Zeiger der Uhr wollte und wollte einfach nicht auf 11:00 Uhr hüpfen, doch dann war`s soweit. Es ging los. Die einzige Kritik von diesen vier Tagen, wir hätten halt doch um 9:00 Uh losfahren sollen, 2 in Worten ZWEI Stunden mehr Spassssssssssssssss. Was Stefan/Lutz da auf die Beine stellten... ich wag es ja nicht mir den Aufwand vorzustellen. Strassen die kein Auswärtiger jemals finden würde, eine Tour die seinesgleichen sucht. Ich tät jetzt gerne noch bissle mit TourDaten angeben, aber meine ehemalige Freundin meint, dass alles was von der Tour kommt gewaschen werden muss. Die Tourbeschreibung ist in meiner linken Gesäßtasche in der Waschmaschine, ich weiß noch nicht ob die das überleben wird. Jedenfalls war die TourOrganisation EINS mit Sternchen, es gab zwei Gruppen, die Blümchenpüflückertruppe und die übrig gebliebenen. Ich war bei den übrig gebliebenen. Ich hatte die Ehre und das Vergnügen teilweise hinter dem Profi herrollern zu dürfen. Ich hatte vor dieser Tour gedacht, dass ich rollern kann. Ich kann`s ned, an einem der Hügel ist es passiert, weg war er, chancenlos hechelte ich hinterher; ich werde in den nächsten Tagen einen Hut kaufen, den zieh ich dann täglich mindestens.... wenn nicht noch öfters........ einfach nur beeindruckend. Aber es war ja eine Tour und kein Wettrennen. Daran haben wir uns alle auch ausnahmslos gehalten. Es war einfach nur schön zu erleben, wie das Team zusammenarbeitet,
Leider hat es ab und zu einen Schauer vom Himmel geweint, wir sind zwar nie im Regen gefahren, aber teilweise waren die Strassen doch nass. "Bariton" hat dann einer Schlammstelle ausweichen wollen... und schon war`s passiert, rechts von der Strassen abgekommen, Kontrolle weg, Max macht Purzelbaum und ist Flügellahm.
Wir Stefan-Erich-Klaus haben das Drama erst gar nicht mitbekommen, sind dann zurück und sahen das ganze Elend. Zum Glück ist "Bariton" selber nix passiert, Klamotten bissle lädiert und der Max nimmer fahrbereit, aber Dank den Berliner Freunden die optimal mit Bully ausgestattet waren, konnte der Max samt seinem lädierten Fahrer letztendlich wohlbehalten zu Hause abgeliefert werden. Des war nix. Das hat natürlich die Stimmung arg gedrückt. Aber schlussendlich ist Zweiradfahren gefährlich, ein kleiner Moment der Unaufmerksamkeit...
Wir haben dann beschlossen die Tour zu Ende zu fahren. Was wäre auch die Alternative gewesen? Mit gebremstem Gashebel ging's weiter. Der Rest der Tour war dann, trotz dem unglücklichen Unfall, ein den Tag abschließendes Highlight, denn das wichtigste ist ja, dass es außer blauen Flecken keine weiteren Blessuren gab.
Nachdem unsere HerbergsGastronomieMami ein leckeres Schnitzel aufgefahren und der obligatorische Gerstensaft zur Genüge getestet wurde, ging`s für mich wieder unter die heiße Dusche........so ein Mist nach 180 Sekunden war Schluss, es wurde zunehmend kälter, nun gut auch diese kalte Nacht ging vorüber.
Um Punkt elfe am zweiten TourTag ging?s wieder auf die Piste. Stefan meinte, dass wir heute etwas gemäßigter fahren werden, der Unfall saß uns allen schon noch in den Knochen.
Statt der 140 km/h vom Vortag waren`s dann 139,5 km/h. Unterwegs meinte Sylvia, dass Sie doch besser in die Blümchenpflückertruppe wechseln wolle. Hä? Was war dass denn? Sylvia die auf dem Max sitzt wie ein Engel auf Rädern? Kam ja nicht in Frage. Ich habe mich dann entschieden vor Silvia herzurollern und zu gucken, dass Sie auch ja immer ein Rücklicht sieht.
Da die Tour am zweiten Tag ebenso brillant, abwechslungsreich, interessant gestaltet war, kam ich in einem Waldstück in's träumen und ooooooooooops, so ein Mist jetzt halte ich Sylvia auf. Stefan-Georg-Erich waren enteilt und ich der Looser. Na ja sie nahm`s mir hoffentlich ned übel. Die drei Musketiere da vorne waren sowieso ein Phänomen. Der Profi musste sich beherrschen, der Georg sieht sowieso aus, als ob er den Max 24 Stunden am Körper trägt, sitzt wie angegossen, der Erich erfreut nicht nur durch hervorragende Fahreigenschaften, sondern auch noch durch einen gigantischen Sound.
Schlussendlich haben wir die drei aber immer wieder in Ortschaften erwischt. Nachdem auf der Wasserkuppe die Blümchensuchtruppe erneut mit etwas Verspätung glänzte, die Rück- bzw. Suchfahrt einen umgeschmissenen Motorradfahrer zu Tage förderte, ging's zügig weiter.
Der Kuchen, oh mein Gott was schreib ich, das Kuchenstückerlebnis erster Rangordnung hat dann die letzte gesättigte Etappe eingeläutet. Es war, man kann es nicht beschreiben, einfach nur unglaublich. Die Leute super, die Stimmung ohne Fehl und Tadel, die Unterkunft dem Anlass angemessen, die Strassen überwältigend, die Landschaft einzigartig. Nach einem hervorragenden FischAbendessens ging`s leider zur letzten Etappe, noch einmal schlafen und dann ist eben nicht Weihnachten........NEIN die Heimfahrt steht an.
Diese vier Tage waren wie Weihnachten+Ostern+Geburtstag, mehr geht nicht
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Klaus
Walldorf
Wie oben gesagt, das kommt alles von Klaus!!!